Setzen Sie auf kurze Sätze, vertraute Wörter und aktive Verben, um mentale Last zu reduzieren. Erklären Sie Abkürzungen, vermeiden Sie Jargon und ersetzen Sie Substantivierungen durch klare Handlungen. Geben Sie Reihenfolgen explizit an, nutzen Sie Beispiele und nennen Sie Konsequenzen. Wenn Informationen komplex sind, bieten Sie optional vertiefende Hinweise an, ohne den Hauptfluss zu stören. So entsteht Orientierung, die nicht belehrt, sondern begleitet.
Wörter können Druck machen oder Druck nehmen. Vermeiden Sie Schuldzuweisungen, Ironie und zweideutige Humorversuche in kritischen Momenten. Benennen Sie Probleme sachlich, zeigen Sie Verständnis für typische Hürden und schlagen Sie erreichbare nächste Schritte vor. Stimmen Sie Anrede und Ton auf Situation und Marke ab, ohne Hierarchien aufzubauen. Indem Sie Unsicherheit anerkennen und Wahlmöglichkeiten transparent machen, vermitteln Sie Respekt und schaffen Raum für selbstbestimmte Entscheidungen.
Konsistente Begriffe, Muster und Interaktionen machen Produkte vertrauenswürdig. Halten Sie zentrale Formulierungen fest, dokumentieren Sie Entscheidungskriterien und pflegen Sie ein lebendiges Glossar. Einheitliche Benennungen für Aktionen, Zustände und Rollen verhindern Missverständnisse, gerade bei Assistive-Technologie-Nutzung. Ergänzen Sie Ihre Designsysteme um Mikrokopie-Komponenten mit Beispielen, Do/Don’t und rationalen Begründungen. So wird Wiedererkennbarkeit nicht rigide, sondern freundlich, nachvollziehbar und belastbar über Kanäle hinweg.
Sorgen Sie dafür, dass aria-label, aria-labelledby und sichtbare Texte stimmig sind. Vermeiden Sie Doppelungen, die den Lesefluss stören. Nutzen Sie klare Satzzeichen für sinnvolle Pausen und erklären Sie Abkürzungen beim ersten Auftreten. Alternativtexte beschreiben Zweck und Kontext statt rein visueller Details. Statusmeldungen verwenden aria-live umsichtig, damit wichtige Änderungen hörbar sind, ohne zu überfluten. So werden Botschaften eindeutig, navigierbar und verständlich, selbst bei komplexen Oberflächen.
Ersetzen Sie nichtssagende Platzhalter wie „Hier klicken“ durch aussagekräftige Ziele: „Rechnung herunterladen (PDF, 2 MB)“ oder „Adresse für Lieferung verwenden“. Platzieren Sie das wichtigste Stichwort vorne, damit es beim schnellen Scannen auffällt. Stimmen Sie Beschriftungen mit sichtbaren Überschriften ab und vermeiden Sie mehrere identische Links mit unterschiedlicher Zielseite. So entsteht Orientierung, die für alle hilfreich ist, besonders für Menschen, die per Sprachausgabe oder Tastatur navigieren.
Formulieren Sie ruhig, konkret und lösungsorientiert: Nennen Sie, was schiefging, warum es relevant ist und wie es korrigiert wird. Geben Sie Beispiele im richtigen Format, verlinken Sie Hilfeseiten und platzieren Sie Hinweise in unmittelbarer Feldnähe. Nutzen Sie nicht nur Farbe, sondern auch Symbole und Text. Verbinden Sie Fehlermeldungen programmatisch mit Eingabefeldern. So verwandeln Sie Frust in Klarheit und unterbrechen keine wichtigen Abläufe unnötig.
Wählen Sie inklusive Formen, die Lesbarkeit und Zugänglichkeit berücksichtigen. Nutzen Sie, wo möglich, neutrale Plurale, Rollenbeschreibungen oder Partizipien. Wenn Sie Sonderzeichen verwenden, prüfen Sie Screenreader-Ausgabe und stellen Sie Alternativen bereit. Erklären Sie einmalig Ihre Entscheidung im Stilguide und bleiben Sie konsistent. Kombinieren Sie Beispiele, die Vielfalt zeigen, ohne zu exotisieren. So entsteht Sprache, die Menschen einlädt, statt Grenzen zu markieren oder Zugehörigkeit in Frage zu stellen.
Idiome, Humor und Anspielungen sind oft kontextgebunden. Ersetzen Sie Insiderbegriffe durch universelle Beschreibungen, vermeiden Sie Stereotype und prüfen Sie Bilder sowie Beispiele gegen diverse Perspektiven. Stimmen Sie Anredeformen, Höflichkeit und Formalität auf Land und Medium ab. Testen Sie Begriffe bei lokalem Publikum und halten Sie eine Liste sensibler Wörter bereit. So verhindern Sie unbeabsichtigte Ausgrenzung, Missverständnisse und peinliche Fehltritte in wichtigen Momenten der Nutzerreise.
Ein gepflegtes Glossar schafft Verlässlichkeit. Sammeln Sie bevorzugte Begriffe, Definitionen, zulässige Synonyme und verbotene Alternativen. Verknüpfen Sie Beispiele und Gegenbeispiele, inklusive Hinweise zur Aussprache oder Screenreader-Betonung. Pflegen Sie Übersetzungen zentral und versionieren Sie Änderungen. Integrieren Sie das Glossar in Authoring-Tools, damit Warnungen früh erscheinen. So bleibt die Sprache kohärent, leichter übersetzbar und nachhaltig zugänglich – auch wenn Teams wachsen oder wechseln.
Planen Sie Szenarien mit realen Aufgaben und lassen Sie Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten laut denken: blind, sehbehindert, farbfehlsichtig, motorisch eingeschränkt, neurodivergent, älter, gestresst oder nicht-muttersprachlich. Beobachten Sie, wo Worte tragen oder straucheln. Protokollieren Sie Zitate, Emotionen und Kontext. Geben Sie Pausen, vermeiden Sie Prüfungsgefühl und bezahlen Sie fair. So entstehen Erkenntnisse, die Empathie schärfen und Mikrokopie spürbar verbessern.
Verlassen Sie sich nicht nur auf Klicks. Wichtiger sind Aufgabenabschluss ohne Hilfe, verständliche Fehlermeldungen, weniger Supporttickets zu denselben Fragen, verbesserte Orientierung und sinkende Korrekturschleifen. Ergänzen Sie Lesbarkeitsindikatoren um qualitative Signale wie Vertrauen und Ruhe. Messen Sie, ob Menschen Entscheidungen sicher treffen. Legen Sie Baselines fest, führen Sie A/B-Tests ethisch durch und interpretieren Sie Ergebnisse stets mit Blick auf Barrierefreiheit, nicht bloß Konversion.